Warum ich keine Eier esse

Eier

Ich möchte euch heute erklären, warum ich mich entschieden habe, keine Eier zu essen und warum ich auch niemandem empfehle, dies zu tun. Denn egal ob aus gesundheitlichen Aspekten oder aus ethischer Perspektive: Es gibt genügend Gründe, um auf Eier zu verzichten.

Bis vor eineinhalb Jahren hab ich auch noch ziemlich gerne und viele Eier gegessen. Obwohl Ernährung und Gesundheit schon immer ein Thema für mich waren, lag das wohl daran, dass ich trotzdem relativ uninformiert oder einfach falsch informiert war. Eier gelten als unverzichtbare Zutat in unzähligen Rezepten und werden als gesundes Lebensmittel vermarktet: als unverzichtbare Proteinquelle und wertvoller Lieferant für Vitamin B12. Eier werden nicht nur in der Fitnesswelt hochgelobt, sondern finden auch generell in den meisten Haushalten täglich ihre Verwendung. Die Mehrheit ist nämlich davon überzeugt, dass sie auch in gesundheitlicher Hinsicht ein Spitzenlebensmittel sind.

Doch je mehr ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, desto mehr Gründe habe ich entdeckt, keine Eier zu essen. Diese möchte ich gerne mit euch teilen.

Eier

Der gesundheitliche Aspekt

Erhöhtes Risiko von Cholesterin und Herzerkrankungen

Wenn wir Tierhirn außen vor lassen – da dies in Europa nicht wirklich standardmäßig auf unsere Teller wandert – steht das Ei auf Platz 1 der cholesterinreichsten Lebensmittel. Cholesterin, ein Fett, welches sich an den Wänden der Blutgefäße ablagert und die Arterien verstopft, hat lebensbedrohliche Folgen. Es erhöht deutlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und führt zwangsläufig zu Herzkrankheiten. Kommt es sogar zu einem Verschluss, ist ein Herzinfarkt oder Schlaganfall vorprogrammiert.

Ein Ei enthält rund 250 mg Cholesterin und erreicht somit schon fast das empfohlene tägliche Limit von 300 mg. Und trotzdem heißt es immer wieder, Eier seien nicht gefährlich für den Cholesterinwert.Wenn ihr keine weiteren tierischen Produkte am Tag zu euch nehmen würdet, könntet ihr euch noch im sicheren Bereich bewegen – aber wie oft ist das wohl der Fall? Und ich rede nicht nur vom Stück Fleisch oder Fisch. Denkt auch mal an die Milch im Kaffee, das Stückchen Käse nach dem Essen, die Schokolade vor dem Fernseher und all das Ei, das versteckt in Fertigprodukten, Kuchen, Nudeln oder Eis enthalten ist.

Studien belegen ganz klar, dass der Konsum von Eiern den Cholesterinspiegel steigen lässt. Damit wächst auch die Gefahr nahezu aller Zivilisationskrankheiten. In einer Studie im Fachmagazin „Atherosclerosis” heißt es, dass der Konsum von 3 Eiern pro Woche das Risiko von Schlaganfällen und Herzinfarkten deutlich ansteigen lässt. Einen ähnlich hohen Risikoanstieg fand man auch bei starken Rauchern. Medizinische Organisationen empfehlen, den Cholesterinwert unter 200 mg/dl zu halten. 35% der Herzinfarkte ereilen aber Menschen mit Werten um 150 mg/dl. Aus der China-Study ergibt sich erst ein Wert unter 150 mg/dl als relativ sicher.

Eine ausgewogene und gesunde, basenüberschüssige Ernährung ohne Eier senkt nicht nur den Cholesterinspiegel sehr deutlich ab (da pflanzliche Nahrung kein Cholesterin enthält), sondern führt dazu, dass Ablagerungen, die sich im Laufe von Jahrzehnten gebildet haben, sich binnen eines Jahres abzubauen beginnen.

Eier und ihr Zusammenhang mit Krebserkrankungen und Diabetes

Eier fördern das Krebswachstum. Bereits 1 Ei am Tag verdoppelt das Prostatakrebs-Risiko. Je mehr Eier man ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daran zu sterben. „Nur“ 1 Ei pro Woche erhöht außerdem das Diabetes-Typ-2 Risiko um ganze 76%.

Eier sind genauso schädlich wie Zigaretten

Eier sollen genau so ungesund für den menschlichen Körper sein wie Zigaretten – dieses Ergebnis hat die „Harvard Health Study” präsentiert. Die Studie hat ergeben, dass 1 Ei am Tag das Leben gleich verkürzt, wie wenn jemand täglich 5 Zigaretten über 15 Jahre hinweg raucht.

Eier

Gesättigte Fettsäuren im Ei

Eier enthalten viele gesättigte Fettsäuren, die wiederum das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen. Aufgrund des hoher Cholesteringehaltes und der vieler Fettsäuren dürfen Eier in den USA nicht als gesundes und nahrhaftes Nahrungsmittel deklariert werden.

Eier sind Abfallprodukte der Hühner

Die heutigen Legehühner werden mit Medikamenten und Supplementen gefüttert, um eine höhere Legeleistung zu erbringen. Die aufgenommenen Stoffe wie z.B. Antibiotika müssen wieder abgebaut werden. Dies geschieht – da sind die Hennen uns Frauen ähnlich 😉 – durch die Menstruation. Unbefruchtete Eier sind Hühnermenstruation, also Abfallprodukte des Körpers. In den Eiern der Hühner können sich demnach Rückstände von Antibiotika befinden, die schädlich für den Menschen sind.

Zudem haben Hühner nur 1 Ausscheidungsorgan, d.h. Eier sind auch voller Bakterien. Man hört in diesem Zusammenhang immer wieder von Salmonellenvergiftung, an der man sogar sterben kann. Salmonellen sind natürliche Darmbewohner von Geflügel, die mit dem Kot ausgeschieden werden und auf diesem Weg leicht auf Eier gelangen können.

Eier

Eier sind schlechte Säurebildner

Eier bzw. tierische Proteine im Allgemeinen sind säurebildend. Sie enthalten säurebildende Inhaltsstoffe wie Methionin und Cystein, schwefelhaltige Aminosäuren, die entzündliche Prozesse im Körper fördern.

Aber Wissenschaftler sagen doch, Eier sind gesund

„Es gibt absolut keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Eier das Risiko für Herzinfarkte erhöhen!“ Solche und ähnliche Aussagen liest man, wenn man im Internet nach den gesundheitlichen Vor- und Nachteilen von Eiern sucht. Allerdings müsst ihr mal einen Blick hinter diese Studien werfen. Studien, die vermeintlich beweisen, dass Eier keine negativen Auswirkungen auf unsere Arterien oder Cholesterinwerte ausüben, werden vom American Egg Board finanziert.

Was dort dann als normaler Cholesterinwert durchgeht, entspricht vielleicht dem heutigen Durchschnitt, der in den meisten Fällen aber ohnehin schon zu hoch ist. Die Auswirkungen der Eier werden dann sogar mit noch ungesünderen Lebensmitteln verglichen (Wurst und Käse), um darauf basierend sagen zu können, dass Eier doch gesund sind. Naja, im Vergleich zu einem Säurebad ist eine Klärgrube auch ein Jacuzzi 😉

Küken

Der ethische Aspekt

Hochleistungszucht und früher Tod

Hühner sind nicht nur vollgepumpt mit Antibiotika, sondern inzwischen auch genetisch designte Maschinen. Ein Huhn legt zu Fortpflanzungszwecken von Natur aus pro Jahr etwa 18 Eier. Heute jedoch legen Hühner über 300 Eier im Jahr. Hochgezüchtet, um möglichst hohen Ertrag zu liefern. Noch gibt es keine Studien, die zeigen, welche Auswirkung der Konsum von solch genetisch veränderten Tieren bzw. deren Produkten auf unsere Gesundheit hat.

Diese enorme körperliche Belastung führt dazu, dass die Legeleistung nach etwa einem Jahr nachlässt. Die Henne ist völlig ausgezehrt, wird unwirtschaftlich und landet im Schlachthaus. Normalerweise könnten Hühner jedoch bis zu 20 Jahre alt werden. Dies zeigt, dass Hühner mittlerweile zu reinen Produktionsmaschinen geworden sind und nicht mehr als Lebewesen wahrgenommen werden. Wenn sie einem nicht mehr geben was man braucht, werden sie entsorgt.

Das Schnabelstutzen

Bei der Haltung von Hühnern in großen Gruppen kommt es häufig zu Kämpfen und Kannibalismus. Da Hühner in der Regel trotzdem nicht in kleineren Gruppen untergebracht werden, wird diese Verhaltensstörung gemindert. Und zwar durch das Abtrennen der Schnabelspitzen. Mit heißen Klingen oder einem Laser – ohne Betäubung. Obwohl der Hühnerschnabel ein extrem sensibles Organ ist.

Massentötung männlicher Küken

Ca. 50% der schlüpfenden Küken sind männlich. Männliche Hühner legen keine Eier und können nicht als Legehennen benutzt werden. Somit sind sie für die Eierindustrie nutzlos und werden nach dem Schlüpfen durch Vergasen oder Schreddern getötet.

Dieses Vorgehen ist gängige Praxis weltweit, unabhängig davon, ob es sich um Küken für die Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung handelt. In der EU allein sterben dadurch jährlich 400 Millionen männliche Küken, ohne einen Tag gelebt zu haben.

KükenHühner

Freilandhaltung – nur das bessere Übel

Hühner leben von Natur aus in selbst gebildeten Kleingruppen von höchstens 20 Tieren. Platzverhältnisse, die aus Rentabilitätsgründen auch in der Freilandhaltung nicht geboten werden können. Denn sechs bis neun Tiere auf einem Quadratmeter laufen zu lassen, kann man als zweifelhaft „tiergerecht“ empfinden. Und auch auf die „glückliche Freilandhenne“ wartet nach maximal 1,5 Jahren Lebenszeit im Dienste der Eierindustrie der Tod.

Fazit

Wie bei Milch- und Fleischprodukten gelangen auch beim Verzehr von Eiern schädliche Stoffe in den Körper. Was ungesunde Stoffe enthält, kann also nicht gesund für uns sein. Wir brauchen keine Eier zum Leben und sollten aufhören, Massentierhaltung zu unterstützen. Denn es geht nicht nur um die gegessenen Eier, sondern auch um die Produkte, die Eier enthalten. Und das sind ganz schön viele.

Es geht mir nicht darum, euch allen das Essen von Eiern madig zu machen. Sondern darum, dass ihr euch bewusst macht, was der Eierkonsum mit eurer Gesundheit und dem Tier macht. Wenn ihr unbedingt Eier essen mögt, konsumiert einfach weniger und „genießt“ bewusster.

Jedes Mal wenn ihr euch für ein Ei entscheidet, entgeht euch die Möglichkeit, eurem Körper etwas Gutes zu tun. Porridge oder veganes Rührei statt dem Frühstücksei kann beispielsweise schon einen großen gesundheitlichen Unterschied machen! Und auch zum Backen ist man heutzutage nicht mehr aufs Ei angewiesen – Agar Agar, Apfelmus, Leinsamen, Chiasamen, Lupinenmehl – die Alternativen sind wirklich zahlreich! Hierzu werde ich euch später noch einen separaten Artikel verfassen.

 

Und jetzt interessiert mich: Wie steht ihr zu Eiern? Meidet ihr sie aus gesundheitlichen oder ethischen Gründen? Oder seid ihr noch Eieresser und von dem ganzen relativ unbeeindruckt? 🙂 Gerne könnt ihr mir einen Kommentar hinterlassen.

 KükenEier

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